WISSEN VERSTÄNDLICH ERKLÄRT
Versicherungsbegriffe einfach erklärt
Fachbegriffe aus Krankenversicherung, Vorsorge und Finanzthemen – verständlich, fundiert und mit Quellen erklärt.
A
Abschlusskosten
Abschlusskosten sind Kosten, die beim Zustandekommen eines Versicherungsvertrags entstehen, etwa für Beratung, Antrag, Vermittlung und Vertragsbearbeitung. Sie fallen besonders bei Lebens-, Renten- oder privaten Krankenversicherungen ins Gewicht und können die Leistungen oder den Rückkaufswert in den ersten Jahren spürbar beeinflussen.
Begriff erklären →Altersrückstellung
Altersrückstellungen sind finanzielle Rücklagen, die private Krankenversicherer während der Vertragslaufzeit aufbauen. Sie sollen dazu beitragen, dass die Beiträge im Alter nicht allein wegen steigender Gesundheitskosten stark ansteigen. Das Geld gehört dabei nicht frei dem Versicherten, sondern ist an den Versicherungsvertrag gebunden.
Begriff erklären →Analogabrechnung
Eine Analogabrechnung liegt vor, wenn eine ärztliche oder zahnärztliche Leistung über eine vergleichbare Gebührenziffer berechnet wird, weil es dafür keine eigene Position im Gebührenverzeichnis gibt. Das ist vor allem bei Rechnungen nach GOÄ oder GOZ relevant. Die gewählte Vergleichsziffer muss nachvollziehbar passen und auf der Rechnung erkennbar sein.
Begriff erklären →Arbeitgeberzuschuss
Der Arbeitgeberzuschuss ist ein finanzieller Beitrag des Arbeitgebers zu bestimmten Aufwendungen der Beschäftigten, zum Beispiel zur Kranken- und Pflegeversicherung. Besonders wichtig ist er bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern, weil der Arbeitgeber sich unter bestimmten Voraussetzungen an den Versicherungsbeiträgen beteiligt.
Begriff erklären →Auslandskrankenversicherung
Eine Auslandskrankenversicherung ist eine private Krankenversicherung für medizinische Behandlungen im Ausland. Sie soll Kosten absichern, die die gesetzliche oder bestehende private Krankenversicherung dort nicht oder nicht vollständig übernimmt. Besonders wichtig ist sie, weil der Schutz im Ausland je nach Land, Aufenthaltsdauer und Vertrag stark begrenzt sein kann.
Begriff erklären →B
Beitragsbemessungsgrenze
Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge zur Sozialversicherung berechnet werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt für die Beitragsberechnung unberücksichtigt. Sie spielt vor allem in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung eine wichtige Rolle.
Begriff erklären →Beitragsentlastungstarif
Ein Beitragsentlastungstarif ist ein Zusatzbaustein in der privaten Krankenversicherung. Versicherte zahlen dabei zunächst einen zusätzlichen Beitrag, um ihren Krankenversicherungsbeitrag im vereinbarten Alter oder ab Rentenbeginn dauerhaft zu senken. Er soll helfen, die Beiträge im Ruhestand besser planbar zu machen.
Begriff erklären →Beitragsgarantie
Eine Beitragsgarantie bedeutet, dass ein Versicherer zusagt, einen Beitrag für einen bestimmten Zeitraum nicht zu erhöhen. Sie kann sich auf einzelne Tarife, Vertragsphasen oder Produkte beziehen. Wie weit die Garantie reicht, steht immer in den konkreten Versicherungsbedingungen.
Begriff erklären →Beratungsprotokoll
Ein Beratungsprotokoll ist die schriftliche Dokumentation einer Versicherungsberatung. Darin wird festgehalten, welche Wünsche und Bedürfnisse der Kunde geäußert hat, welche Empfehlung der Vermittler gegeben hat und aus welchen Gründen. Es dient vor allem der Nachvollziehbarkeit und kann im Streitfall wichtig sein.
Begriff erklären →F
Familienversicherung
Die Familienversicherung ist eine beitragsfreie Mitversicherung bestimmter Angehöriger in der gesetzlichen Krankenversicherung. Häufig können Kinder und Ehe- oder Lebenspartner ohne eigenen Beitrag mitversichert werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Sie gilt nicht in der privaten Krankenversicherung in derselben Form.
Begriff erklären →H
Honorarvereinbarung
Eine Honorarvereinbarung ist eine vertragliche Abrede über die Vergütung für eine Leistung, etwa für eine Beratung, Behandlung oder Vermittlung. Sie legt fest, wofür ein Honorar gezahlt wird, in welcher Höhe es anfällt und wann es fällig ist. Für Verbraucher ist wichtig, den Inhalt, die Kosten und mögliche Folgen genau zu prüfen.
Begriff erklären →K
Kindernachversicherung
Die Kindernachversicherung ist die Möglichkeit, ein neugeborenes Kind in der privaten Krankenversicherung ohne Gesundheitsprüfung in den Versicherungsschutz eines Elternteils aufzunehmen. Dafür gelten bestimmte Fristen und Voraussetzungen, etwa zum bereits bestehenden Versicherungsschutz der Eltern. Der genaue Umfang richtet sich nach Tarif und Vertragsbedingungen.
Begriff erklären →Kontrahierungszwang
Kontrahierungszwang bedeutet, dass ein Unternehmen einen Vertrag in bestimmten Fällen nicht frei ablehnen darf. In der Versicherungswirtschaft gilt das nur, wenn Gesetz oder verbindliche Regeln eine Annahmepflicht vorsehen. Für Verbraucher ist das vor allem bei besonders wichtigem Grundschutz relevant.
Begriff erklären →M
Maklervollmacht
Eine Maklervollmacht ist die Erlaubnis eines Kunden, dass ein Versicherungsmakler ihn gegenüber Versicherern vertreten darf. Je nach Inhalt kann der Makler dann zum Beispiel Auskünfte einholen, Unterlagen empfangen oder Erklärungen im Namen des Kunden abgeben. Welche Befugnisse genau gelten, ergibt sich aus der konkreten Vollmacht.
Begriff erklären →Musterbedingungen
Musterbedingungen sind standardisierte Formulierungs- und Regelungsvorschläge für Versicherungsverträge. In der privaten Krankenversicherung dienen sie häufig als Grundlage für die Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Tarifs, sind aber für Unternehmen nicht automatisch verbindlich. Entscheidend ist immer, welche Bedingungen tatsächlich im eigenen Vertrag vereinbart wurden.
Begriff erklären →Mutterschutz
Mutterschutz bezeichnet gesetzliche Schutzvorschriften für schwangere und stillende Frauen im Arbeitsleben. Er soll die Gesundheit von Mutter und Kind sichern und umfasst unter anderem Beschäftigungsverbote, Kündigungsschutz sowie Regelungen zu Mutterschaftsleistungen. Welche Ansprüche im Einzelfall bestehen, hängt von der persönlichen Situation ab.
Begriff erklären →N
Notlagentarif
Der Notlagentarif ist ein gesetzlich geregelter Tarif in der privaten Krankenversicherung für Versicherte mit Beitragsrückständen. Er gilt nicht als normaler Vollschutz, sondern sichert nur einen eingeschränkten Leistungsumfang, vor allem bei akuten Erkrankungen, Schmerzen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.
Begriff erklären →O
Obliegenheitsverletzung
Eine Obliegenheitsverletzung liegt vor, wenn eine versicherte Person vertragliche Pflichten aus dem Versicherungsvertrag nicht erfüllt, etwa bei Angaben vor Vertragsabschluss oder nach einem Schadenfall. Das kann dazu führen, dass der Versicherer seine Leistung kürzt, verweigert oder den Vertrag beendet.
Begriff erklären →Ombudsmann PKV
Der Ombudsmann PKV ist eine unabhängige Schlichtungsstelle für Streitigkeiten zwischen privat Krankenversicherten und privaten Kranken- oder Pflegeversicherungsunternehmen. Er prüft Beschwerden außergerichtlich und kann je nach Fall eine Empfehlung aussprechen oder verbindlich entscheiden.
Begriff erklären →Originalrechnung
Eine Originalrechnung ist die erstmals ausgestellte, unveränderte Rechnung eines Leistungserbringers, zum Beispiel eines Arztes, Krankenhauses oder Sanitätshauses. In der Krankenversicherung wird sie oft als Nachweis benötigt, damit erstattungsfähige Kosten geprüft und bezahlt werden können.
Begriff erklären →P
Policierung
Policierung bezeichnet in der Versicherungswirtschaft den Vorgang, bei dem ein Versicherungsantrag geprüft, angenommen und als Versicherungspolice beziehungsweise Versicherungsschein dokumentiert wird. Erst mit der Policierung liegen die Vertragsunterlagen in der endgültigen Form vor.
Begriff erklären →R
Restkostenversicherung
Eine Restkostenversicherung ist eine private Krankenversicherung, die nur den Teil der Krankheitskosten absichert, der nach einer anderen Absicherung noch offen bleibt. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit der Beihilfe für Beamte genutzt. Die Versicherung ergänzt also eine vorhandene Teilabsicherung, statt den gesamten Versicherungsschutz allein zu tragen.
Begriff erklären →RfB-Quote
Die RfB-Quote beschreibt in der privaten Krankenversicherung das Verhältnis der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zu den verdienten Beiträgen. Sie zeigt vereinfacht, wie groß der finanzielle Spielraum eines Versicherers für Rückerstattungen und Entlastungen der Versicherten ist. Die Kennzahl allein sagt jedoch noch nichts Sicheres über künftige Beitragsentwicklungen aus.
Begriff erklären →V
Versicherungsschein
Der Versicherungsschein ist das Dokument, mit dem ein Versicherer den geschlossenen Versicherungsvertrag bestätigt. Er enthält wichtige Angaben zum Vertrag, etwa zum Versicherungsnehmer, zum versicherten Risiko, zum Beginn des Versicherungsschutzes und zu den vereinbarten Leistungen. Im Alltag wird er oft auch als Police bezeichnet.
Begriff erklären →Verwaltungskosten
Verwaltungskosten sind Ausgaben, die für die Organisation und Abwicklung eines Unternehmens oder einer Versicherung anfallen. Dazu gehören etwa Kosten für Personal, IT, Verwaltung, Kundenservice oder Vertragsbearbeitung. Sie sind keine direkten Leistungen an Versicherte, beeinflussen aber die Wirtschaftlichkeit eines Tarifs oder Anbieters.
Begriff erklären →W
Wirtschaftlichkeitsgebot
Das Wirtschaftlichkeitsgebot bedeutet, dass Leistungen im Gesundheitswesen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. Sie dürfen das notwendige Maß nicht überschreiten. Für Versicherte ist wichtig: Bezahlt wird grundsätzlich, was medizinisch notwendig und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben wirtschaftlich ist.
Begriff erklären →Z
Zahnstaffel
Die Zahnstaffel ist eine Begrenzung der Erstattung in der Zahnzusatzversicherung während der ersten Versicherungsjahre. Sie legt fest, bis zu welchem Höchstbetrag der Versicherer in dieser Anfangszeit für Zahnersatz, Behandlungen oder Prophylaxe leistet. Danach entfällt die Staffel meist oder es gelten die normalen Tarifgrenzen.
Begriff erklären →Zusatzbeitrag
Der Zusatzbeitrag ist ein weiterer Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung neben dem allgemeinen Beitragssatz. Er wird von jeder Krankenkasse als einkommensabhängiger, kassenindividueller Beitrag festgelegt. Beschäftigte tragen ihn grundsätzlich nicht allein, sondern zusammen mit dem Arbeitgeber.
Begriff erklären →